Lafarge Zement Karsdorf GmbH: Der Natur den Lebensraum zurückgeben

Das Zementwerk in Karsdorf setzt in allen Bereichen auf moderne Technik. Die Filtertechnik an den Zementmühlen ermöglicht zum Beispiel eine deutliche Senkung der Emissionen, sodass die heute geltenden gesetzlichen Vorgaben zuverlässig unterschritten werden.

Ein Vorbild in punkto Energieeinsparung ist die Horizontalmühle des Werkes. Die Anschaffungskosten für die Mühle sind sehr hoch. Derzeit ist das Werk Karsdorf das einzige Zementwerk in Europa, das eine solche Mühle betreibt. Allerdings ist der Stromverbrauch dieser Horizontalmühle im Vergleich zu einer konventionellen Kugelmühle um 30% niedriger. Der Betrieb bringt damit deutliche ökologische und langfristig auch ökonomische Vorteile. Um den insgesamt für ein Zementwerk üblichen hohen Bedarf an thermischer Energie für die Öfen möglichst umweltfreundlich zu decken, werden in Karsdorf außerdem Ersatzbrennstoffe wie Altreifen oder Altöl energetisch verwertet und somit konventionelle Brennstoffressourcen geschont.

All diese technischen Maßnahmen und Umsetzungen werden als kontinuierlicher Prozess einer nachhaltigen Entwicklung gesehen. Sie werden sowohl von externen Gutachtern und Prüfern als auch intern konsequent überwacht. Der Umweltmanager führt regelmäßig in wechselnder Begleitung eines Mitarbeiters, der nicht mit dem Umweltschutz betraut ist, Begehungen durch. Diese Begehungen sollen besonders auch den Blick für die kleineren Dinge schärfen. Ziel ist es, Verbesserungspotenziale aufzudecken.

Die Beschäftigung und Sensibilisierung der Mitarbeiter für Umweltthemen im Werk und in der Region nehmen im Unternehmen eine zentrale Rolle ein. So erhalten die Mitarbeiter regelmäßige Schulungen und seit einigen Jahren gibt es in der Mitarbeiterzeitung „Zementwerker“ eine Rubrik zu den Themen Umwelt und Energie. Doch das Engagement hört nicht bei den Mitarbeitern auf, sondern bezieht auch den Nachwuchs mit ein. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Saale-Unstrut-Triasland e.V. hat das Werk Karsdorf ein Sommerferienprogramm für Schüler und Hortgruppen unter dem Motto „Vom Kalkstein bis zum Zement“ ins Leben gerufen. Neben dem Prozess und der Geschichte der Zementherstellung lernen die Kinder erlebnispädagogisch das Ökosystem des Tagebaus in Karsdorf kennen und beschäftigen sich mit der Artenbestimmung von Pflanzen, Insekten und Fossilien, die sich im Tagebaugebiet finden lassen. Das Angebot findet einen sehr großen Anklang und unter den jungen Teilnehmern sind nicht zuletzt auch Kinder oder Enkel der Mitarbeiter des Werkes.

Der Abbau von Kalkstein in den Steinbrüchen zur Zementherstellung bedeutet immer einen großen Einschnitt in den Naturhaushalt. Deshalb setzt das Werk in Karsdorf auf ein Biodiversitätsmanagement zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Tagebau. Der Tagebau in Karsdorf wird dazu in Zusammenarbeit mit Biologen sorgfältig untersucht um herauszufinden, wo wichtige Lebensräume vorhanden sind und wo noch neue Lebensräume begünstigt werden können. Anschließend werden gezielte Maßnahmen getroffen, um gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum zu bieten. So wurden im Tagebaugebiet mit Unterstützung des Arbeitskreises Fledermäuse Sachsen-Anhalt e. V. drei Fledermausquartiere angelegt. Insgesamt ist der Tagebau in Karsdorf heute ein eigenes kleines Ökosystem, das Tieren vom Uhu bis zum Fuchs einen geeigneten Lebensraum bietet.

Ein weiteres Projekt zur Nutzung der Tagebaufläche, das bereits erste Früchte trägt, ist auf dem Weinberg „Karsdorfer Hohe Gräte" zu bestaunen. Ein Teil des alten Steinbruchs wurde dem Weinanbau zur Verfügung gestellt und gemeinsam mit dem Weingut Lützkendorf aus Bad Kösen mit zusätzlicher Erde und Kalkstein für die Anpflanzung der Reben vorbereitet. Der Kalkstein bietet ideale Bedingungen für die Weintrauben und seit einigen Jahren werden die ersten Trauben zur Herstellung verschiedenster Weinsorten verwendet.

Vorteile: In Karsdorf werden beim Abbau von Kalkstein Flächen nicht verbraucht, sondern umgewandelt. Das Zementwerk nutzt den Kalkstein und schafft mit dem Prozess des Wandels eine neue Kulturlandschaft, die der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und dem Naturschutz gleichermaßen gerecht wird.

Beginn des Projektes / der Maßnahme: 1991

Lafarge Zement Karsdorf GmbH: Der Natur den Lebensraum zurückgeben

Lafarge Zement Karsdorf GmbH | Straße der Einheit 25, 06638 Karsdorf | http://www.lafarge.de/wps/portal/de/Karsdorf

Bereich

  • Ökologie

Unternehmensgröße

  • 200 bis 499 Mitarbeiter

Branche

  • Bergbau